Klassiker
Katz und Maus von Günter Grass
In „Katz und Maus“ von Günther Grass wird in Jugenderinnerungen die Frage nach persönlicher Schuld gestellt. Die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland bildet dabei den Hintergrund.
„Katz und Maus“ von Günter Grass ist eine Novelle, die sich mit Schuldgefühlen auseinander setzt. Aus Sicht von Pilenz, der aus der Ich-Perspektive erzählt, wird die Geschichte von Joachim Mahlke ausgebreitet, der von Unsicherheit und Außenseitertum getrieben, ehrgeizig nach einer Rolle sucht und sie im Heldenbild der Nazis findet. Das Buch, als zweiter Teil der „Danziger Trilogie“, zusammen mit „Die Blechtrommel“ und „Hundstage“, versteht sich auch als satirische Abrechnung mit dem Gesellschaft im Nationalsozialismus und der eingeschränkten Aufarbeitung ihrerseits nach dem Zweiten Weltkrieg.
Katz und Maus von Günther Grass wurde bei der Veröffentlichung kontrovers diskutiert
Dreh- und Angelpunkt der Geschichte von Joachim Mahlke ist ein übler Scherz, an die sich Pilenz erinnert. Da Mahlke einen auffällig großen Kehlkopf besitzt, der sich wie eine Maus auf und ab in seinem Hals bewegt, werfen der Erzähler und einige andere Mitschüler ihm eine Katze auf den Hals, die die „Maus“ fangen soll. Die Erinnerung an diese Episode löst bei Pilenz eine Flut von Gedanken aus, die Mahlkes Vorgeschichte und dessen Werdegang im Krieg erörtern.
Unfähig, sich mit den anderen zu arrangieren, versucht Mahlke immer besser zu sein, als seine Kameraden. Sei es beim Schwimmen oder beim Protzen mit der Potenz, Mahlke muss sich jedesmal herausstellen und bestätigt damit nur sein Image als Außenseiter. Sein Makel, der Adamsapfel, wird dabei von ihm wahlweise herausgestellt aber auch versucht, zu vertuschen. Ein sehnlicher, wie auch sinnloser, Wunsch Mahlkes ist, ein Ritterkreuz zu bekommen – also stiehlt er eines als Jugendlicher und setzt alles daran, im Krieg selbst eins verliehen zu bekommen.
Die Novelle ist eine Aufarbeitung von Jugenderinnerung und Nationalsozialismus
Günter Grass stellt in „Katz und Maus“ die Frage nach der persönlichen Verantwortung stellvertretend am Beispiel des – möglicherweise selbstinszenierten – Konkurrenzkampfes von Joachim Mahlke mit den anderen. Der Autor hält aber auch der Nachkriegsgesellschaft einen Spiegel vor, der zur Zeit der Veröffentlichung nicht gerne gesehen wurde: Träger des Ritterkreuzes fühlten sich verunglimpft und darüber hinaus wurde angestrebt, das Buch aufgrund von pornographischen Inhalten indizieren zu lassen.
„Katz und Maus“ von Günter Grass ist erstmalig 1961 erschienen und wurde seither in vielen verschiedenen Auflagen veröffentlicht.

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